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Leica M11 minus Display - Résumé der ersten fünf Wochen

  • Autorenbild: Sven Edel
    Sven Edel
  • 27. Nov. 2024
  • 11 Min. Lesezeit



„Well, that escalated quickly.“


…aus dem Film „Anchorman“, den ich nie gesehen habe, abgeleitet und sehr passend zu meinem Weg zur Leica M11-D. Wieso? Meinen Erstkontakt zur M11 hatte ich beim Leitz-Park Fest im September 2022, damals noch eine M11 ohne irgendeinen Namenszusatz, dafür mit rotem Punkt und - so zumindest vom Hören-Sagen - der ein oder anderen Macke. Freeeeeeeeze 🥶


Dieser Erstkontakt war eher nüchtern oder vielmehr ernüchternd. Im Vergleich zur M10, die ich zu dem Zeitpunkt ein gutes dreiviertel Jahr im Einsatz hatte, hatte ich im Vergleich der Bildergebnisse keine gewaltigen Unterschiede gesehen, ehrlich gesagt: keinen... Und auch das umfangreiche Menü, zumindest im Vergleich zur M10, hat mich schlichtweg direkt genervt. Wow, ich kann endlich mehr Einstellungen vornehmen und jeden Furz individuell konfigurieren? Langsam, weshalb fotografiere ich noch gleich mit der M? Ach richtig, um mich auf - Achtung Buzzword - DAS WESENTLICHE zu reduzieren. Welch ein Glück, das hatte mir seinerzeit viel Geld erspart und mich für gute zwei Jahre nicht weiter über ein Upgrade zur M11 nachdenken lassen. Bis zur Woche vom 7. Oktober 2024.


Das Wochenende vorher hat Leica einen Newsletter rumgeschickt und darin die Möglichkeit offeriert die kürzlich vorgestellte M11-D zu testen. Und zwar wortwörtlich: man konnte online einen Testdrive buchen. Gesagt getan, mal sehen wie sich das Ding im Vergleich zu meiner heiß und innig geliebten MP schlägt, mit der ich bis September 2024 gut und gerne 100 Rollen Film 🎞️ in 2024 geschossen hatte. Wieso auch nicht, es bestand keinerlei Intention eine Digitale ohne Display zu kaufen. Und das für den Preis. Sorry Leica, gehts noch?


Kurzer Einschub: auch wenn ich nicht ernsthaft erwarte, dass irgendjemand bis hierhin liest, der mit der Überschrift schon nix anzufangen weiß, kurz zur M11-D und ihrem Naturell. Die M11-D ist im Grunde eine M11-P ohne Display und hat auf der Rückseite ein ISO-Einstellrad, von A wie Auto über ISO 64 bis hin zu 50.000. Die Einstellungen werden daher über die Leica Fotos App vorgenommen und somit soll sich die D wie eine Analoge bedienen lassen.


So ging es also am 12. Oktober nach Wetzlar, mittlerweile habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich dieses Jahr dort war. Im Store dann eine kleine und gern gesehene Überraschung, Paul und Herbert sind beide im Kundengespräch und somit heißt es: warten. Weshalb das eine gern gesehene Überraschung ist? Meistens wird man direkt bedient, da nicht so viel los ist im Laden. Den Samstag gab es aber Kundschaft. Und Kundschaft heißt, dass die Chancen gut stehen, dass die M weiter am Leben gehalten wird. Meines Erachtens nicht selbstverständlich, bei einer Kamera, die ein absolutes Nischenprdoukt ist. Und es sollte an dem Tag um die Nische in der Nische in der Nische gehen. Herbert Lang fragte dann kurz, ob er mir helfen kann; die Dame, der er die Q3 erklärte war ohnehin gerade in deren Menü vertieft. Ich sagte nur, dass ich einen Testdrive für die M11-D gebucht hatte. Etwas ungläubig schaute er mich an und fragte, ob ich die D testen will. „Jo, bitte.“ Mit anderen Worten: den Zeitslot buchen hätte ich mir wohl sparen können 😅


Da stand sie also, unverkennbar eine M und bestückt mit einem 50er APO:



Von vorne könnte man eine M11-P erwarten. Erst der Blick auf die Rückseite verrät, um was für ein besonderes Modell es sich handelt. Ja ja, oder auch der Blick von oben, da das ISO-Einstellrad wie schon erwähnt auf der Rückseite ist und dementsprechend nicht mehr mit diesem Ziehdingknopf links am Gehäuse.



such a beauty


Kurze Wiederholung: der Test der D war bis zu dem Zeitpunkt ein Freischuss, einfach mal schauen, was an dem Hype dieser Modelle dran ist. Denn wenn man sich mal den Gebrauchtmarkt ansieht, stellt man eines schnell fest: D-Modelle gibt es kaum zu finden und wenn dann zu Preisen die sehr nahe am Neupreis - oder gar darüber - sind. Und das ist für digitale Kameras nicht gerade normal. Ohnehin hatte ich ein wenig Bedenken, was eine Digitale ohne Display angeht, hatte sich doch die Belichtungskorrektur bei meiner M10 zur meistgenutzten Funktion entwickelt. Gerade eher schwierige Gegenlichtbedingungen kann die M10, so zumindest meine Meinung, garnicht gut ab und lässt dabei entweder die Schatten gerne komplett absaufen oder die Lichter ausbrennen.


Es ging also mit dieser ausgesprochen netten Kombi, M11-D und 50er APO, in den Leitz-Park zum knipsen. Und die erste Ernüchterung folgte sogleich: die Belichtungskorrektur stand auf +1,3. Erstmal nicht tragisch, runterdrehenund gut ist . Denkste! Da im Store noch keiner mit der D umzugehen wusste, da sie zu dem Zeitpunkt noch niegelnagelneu, nämlich gerade mal zwei Wochen auf dem Markt war, hieß es für mich also: trial and error. Denn: mangels Display musste die Einstellung ja irgendwie im Messsucher und somit über Funktionsknopf oder Daumenrad erfolgen. Gesagt, getan: raus aus dem Store und nicht ganz im Café angekommen, stand die Belichtungskorrektur auf 0,0. Es konnte also losgehen 😇


Kurzer Vergleich meiner MP mit der M11-D im Café Leitz bei einem Tiger Spice Latte 🤤



Bei den ersten Bildern erwische ich mich noch dabei nach dem Auflösen auf das Display zu schauen,… was nicht da ist. Das legte sich aber super schnell. Ob dies daran liegt, dass ich die letzten Monate doch echt viel analog fotografierte oder ob man es sich aus der Natur heraus schnell abgewöhnt, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Eine Tatsache, die ich schon an dem Tag vermutete:


Das Display fehlt mir nicht.


Wobei ich dies an dem Tag noch nicht wusste. Denn erstmal musste ich ja die Ergebnisse des Tages sehen. Und die haben mich schlichtweg begeistert. Selbst schwierige Lichtsituation hat die M11-D ohne Schwierigkeiten gemeistert. So z. B. das letzte der drei folgenden Bilder, welches aus dem Classic Store heraus fotografiert wurde. Neben ein wenig Anhebung der Tiefen war hier kein Bearbeitungsbedarf (was die richtige Belichtung angeht!).






Und auch was das treffsichere Fokussieren angeht, ist ein Display unnötig. Mit der M schaue ich doch eh durch Glas und ohne Bildvorschau. Was ändert es da kein Display zu haben? Richtig! Nix...


Das Fazit des 12. Oktober 2024 war also:


"Houston, we have a problem."


Oder vielmehr: Kontostand, you will have a problem 🤑


Ich war völlig ohne Erwartungen in den Tag gestartet und mega begeistert von einer Kamera, von der ich morgens noch dachte, dass diese unsinnig, überteuert und das schlechteste aus zwei Welten ist. Abends stand dann nur noch die Frage im Raum, ob ich tatsächlich ein derartiges Invest eingehe, da ich zwar sehr begeistert war, jedoch keine Alltagserfahrung mit ohne Display hatte, zumindest nicht auf Sensor. Es sollte schließlich mein Daily Driver werden und die M10 ersetzen.


Im Ergebnis habe ich erstmal zwei Nächte darüber geschlafen und wollte eigentlich noch einen Workshop zum Thema "Leica M11" Ende November abwarten, um mich dann final zu entscheiden. Das wären dann noch gut fünf Wochen gewesen. Wer weiß, ob die D dann noch verfügbar ist. Das Thema Stückzahlen ist ja ein Glücksspiel bei Leica und für mich völlig undurchschaubar.


To make a long story short: Drei Tage nach dem Testdrive nannte ich eine M11-D mein Eigen und holte sie bei Sebastian Scholz im Store im Leitz-Park ab. Dies wurde zelebriert und so kamen meine Frau und unsere zwei Kleinen mit. Ein solch besonderes Ereignis muss gefeiert werden 🎊 und Freude verdoppelt sich, wenn man sie teilt 😊 Viele beschweren sich, dass derartige Anschaffung von ihren Damen mit schiefen Augen angesehen wird und sie sich rechtfertigen müssen. Da kann ich mich glücklich schätzen, meine Frau ist da ganz anderes 😘


So entstand am Abend des 15. Oktober eines der ersten Bilder mit meiner eigenen M11-D, natürlich vom Testmotiv der Wahl, unserem Mops Nemo:



Die erste, richtige Probe aufs Exempel folgte dann auch schon drei Tage später: es ging, mit einem Zwischenstop in Freiburg, für eine Woche in die Schweiz, konkret nach Hérémence im Kanton Wallis, ganz in der Nähe der französischen als auch der italienischen Grenze. Mit im Gepäck waren neben der Neuen, die Q2 Reporter, die Sofort2 und ein paar Objektive für die M: 21mm, 35mm, 50mm und 135mm. FOMO??? Vielleicht ein bisschen 😏


In Freiburg ergab sich somit die erste Möglichkeit, die M11-D im Praxitest oder vielmehr Alltag zu nutzen und auszuprobieren. Wie schon oben erwähnt, fehlte das Display nicht. Komisch war es zwar schon, zu wissen, dass man digital fotografiert und keine unmittelbare Kontrolle über das Bildergebnis hat, aber es war kein schlechtes Gefühl, das etwas vermissen lies. Es war einfach anders als mit der M10. Ich fühlte mich recht schnell mehr im Moment, der Szenerie und somit weniger mit der Kamera beschäftigt. Nur eine Sache kam mir spanisch vor. Seit die M11 draußen ist, wird von ihrem Akku geschwärmt. Probleme hatte ich selbst nichtmal bei der M10 mit der Akkulaufzeit und kam auch bei fotoreichen Urlaubstagen immer mit einem Akku aus. Und nun? Mit 100% an diesem Tag gestartet, landete der Akku der M11-D schon am frühen Nachmittag bei 65%. Was zur Hölle war denn hier los? Akku Schrott, irgendein Bug, oder, oder, oder? Die Szenarien spielten sich in meinem Kopf durch und meine Frau merkte, dass meine Anspannung stieg und tat dies auch laut: „Du wirkst gestresst. Ist was mit der Kamera.“ Ich bin scheinbar ein offenes Buch…


Natürlich war es menschliches Versagen, dass der Akku so schnell in die Knie ging. Mein Versagen. Nach vielem Hin- und Hergedrücke auf FN-Button und Daumenrad kam mir die Idee: die Kamera war die ganze Zeit im WLan, es stand im Messsucher also Con on. Das wurde dann ausgeschaltet, man muss ja nur 12 Sekunden das Daumenrad dafür drücken* und das Akkuproblem, welches keines war, löste sich in Wohlgefallen auf. Spoiler: im Urlaub habe ich nur einmal geladen und kam mit einem halbvollen Akku wieder heim. I like a lot!


* Leica, warum muss man 12 Sekunden das Daumenrad drücken? Um ein unbeabsichtigtes Einschalten der Verbindung zu verhindern hätten 6 Sekunden doch auch genügt, oder nicht? Oder soll dies die Hemmschwelle erhöhen, die Kamera mit dem Handy zu verbinden? Das ist einer der wenigen Punkte, wenn nicht der Einzige, der mich an der D nervt. Ah, nicht ganz. Beim Einschalten ist sie auch ziemlich lahmarschig., woran man sich erstaunlicherweise aber gut gewöhnt. Was die 12 Sekunden angeht: Es ist doch ein Softwarethema, lasst es doch individuell über die Fotos-App zur Konfiguration zu. Und gleich noch die Funktion zur Formatierung der SD-Karte mit einfügen 😉 Danke!


Das Fotografieren in Freiburg war easy. Nach über 3 Jahren mit einer M als „Hauptkamera“ ist man an das manuelle Fokussieren gewöhnt und ausreichend treffsicher. Und nach der Erfahrung im Leitz-Park, dass die Belichtungsmessung sehr zuverlässig arbeitet, war auch dahingehend keine Angst vorhanden. Nur bei Motiven in Bewegung, z. B. meinem Sohn, der volle Breitseite in ein Bächle fällt, habe ich recht häufig abgedrückt und dabei den Fokus korrigiert. Daran merkt man doch einen Rest Unsicherheit. Und da es eine Digitale ist und man mehr als 36 Bilder zur Verfügung hat, schadet das ja auch nicht, außer bei der späteren Bildauswahl. Fünf Wochen später kann ich sagen, dass sich auch diese Unsicherheit gelegt hat und derartige, sich bewegende Motive meistens mit einer Auslösung festgehalten werden. Hop oder top. Hier aber erstmal einige wenige Eindrücke aus Freiburg:



spontanes Treffen und Fotoschnack mit Ralph von grainy-days.com , den ich über die ISO400-Community kennengelernt habe


nüchtern betrachtet war es besoffen besser: ein Spiegelschnapsselfie


abends zuvor hatte er weder Hut noch Glas und war auch nicht zu verschenken


So gut das Fotografieren in Freiburg geklappt hat, war es dann auch, als wir in der Schweiz ankamen. Natürlich, wir waren zum ersten Mal in der Schweiz, ebenso wie zuvor in Freiburg. Da unterliegt man ohnehin dem Phänomen alles fotografieren zu wollen, weil alles neu und spannend ist 🤓 FOMO again?


Kaum im Haus angekommen, wurde erstmal diese hammermäßige Aussicht dokumentiert. Der kleinere Gipfel rechts ist übrigens das Matterhorn.


Aussicht vom Chalet Salomon

aufgenommen mit dem 135mm APO-Telyt


Der Artikel hier soll kein Reisebericht sein, daher nur soviel: das Chalet Salomon ist ein ganz uriges Chalet, auf Deutsch: Hütte, zu einem mehr als fairen Preis und insgesamt sehr empfehlenswert. Unser i-Tüpfelchen war dann das Kaiserwetter. Jeder Tag war wie auf dem obigen Bild ☀️


Aus der Schweiz gibt es daher hier noch ein paar Bilder, die zeigen, dass man mit ohne Display problemlos auf Reisen gehen kann. Man muss sich einfach nur trauen 🙃 (es sind doch einige Bilder geworden, unten geht es noch weiter im Text)


perfekte Herbstfarben 🍁

der einzige Moment, in dem ich die MP mit Kodak Gold vermisst hatte

(es war aber auch der erste Tag vor Ort)


der Weg zum Stausee Grande Dixence

oder auch: wenn schon der Weg eine Reise wert ist


oben am Stausee angekommen

ich meine, hier sieht man die irre Auflösung von 60 MP


und nochmal, diesmal ein wenig anders in Lightroom entwickelt


Pflichtprogramm: Zermatt mit seinem ikonischen Matterhorn

Blick aus der Gornergratbahn


mit 21mm (Voigtländer Color Skopar f3.5) wird es ohne Display und ohne Aufstecksucher ein wenig kniffelig und man muss die Ränder schätzen


gut gestylt auf fast 3.000m


yes, dafür sind 135mm gut - Matterhorn formatfüllend - das Bild wollte ich unbedingt im Kasten haben - Haken dran ✅


und nochmal vom gleichen Standpunkt mit 21mm


Nun geht es einmal über die Grenze nach Frankreich in das wundervolle Örtchen Charmonix-Mont-Blanc:

der Fluss Arve, ein Nebenfluss der Rhône, verläuft quer durch den Ort und bietet so wiederkehrend wundervolle Motive


direkt am Fluss und damit in Bestlage in der Ortsmitte das Restaurant Atmosphère (laut Tripadvisor €€€€)


Blick über Chamonix in Richtung Mont Blanc, der sich ein wenig versteckt

(ich meine diese Gegenlichtsituation haben das 50er Summilux Asph. und auch die M11-D super gemeistert)


überall finden sich Anspielungen auf den Berg - hier: "Elevation 1904" - ein Hinweis auf die erste Winterbesteigung des Mont Blanc in 1904

(50mm Summilux Asph. bei f1.4)


hier fielen die Sonnenstrahlen hinter einem Haus hervor

ein Motiv bei dem ich gespannt war, ob es so rauskommt, wie ich es gerne haben wollte,... hat geklappt ☺️


Auf dem Rückweg von der Schweiz haben wir in Basel noch einen Zwischestop gemacht, um die Schlafenszeit der Kinder ideal abzupassen. Und da unser Großer total verrückt nach Tieren ist, ging es in den Zoo von Basel. Dort wurde also das nächst höhere Level gespielt:


kein Display

+ 135mm

+ sich bewegende Motive

= Messsuchergame next Level:


kann man durchgehen lassen, meine ich

Flamingo bei 135mm und f3.4


my mood: manchmal denkt man sich einfach 🖕🏻


Als wir dann aus der Schweiz daheim waren, wurden die Bilder gesichtet. Ok, ok, ehrlicherweise schonmal im Urlaub über die App, was bis auf die ewig lange Einschaltzeit des WLan (12 Sekunden...) an der Kamera mittlerweile sehr smooth läuft Kein Vergleich mehr mit der M10.. Ich wollte ja doch wissen, ob das mit der Digitalen ohne Display so funktioniert, wie ich mir das vorstelle. Aber die M11-D liefert dahingehend ab und macht alles richtig.


Und nach den in etwa ersten 1.000 Bildern vertraute ich der Kamera nun durch und durch. Wieso denn auch nicht, mag der Unbedarfte fragen? Naja, die M11 hatte softwareseitig ja keinen ganz sauberen Start hingelegt. Das hat den Vertrauensvorschuss schon etwas einbüßen lassen.


Nur eine Woche später stand an einem Donnerstagabend, ganz genau war es der 31. Oktober - Halloween -, das nächste "Experiment" an. Es ging mit meinem Schwiegervater, seiner Nikon Z7 II mit 50er und meiner M11-D und 50er Summilux nach Koblenz, um ein wenig bei Nacht oder vielmehr im Dunkeln zu fotografieren. Die Standardeinstellung bei Auto-ISO und automatischer Verschlusszeit ist bei der M11-D, und vermutlich grundsätzlich bei der M11, 1/4f, also 1/4 x Brennweite. Bei 50mm bedeutet dies rechnerisch also 1/200. Damit sollten die gröbsten Verwackler schonmal ausgeschlossen werden. So ruhig ist meine Hand schon noch 😎


Und jaaaaa, ich bin ein großer Freunde der Zeit- und ISO-Automatik. In Zeiten, in denen hohe ISO-Werte ihren Schrecken verloren haben, nutze ich nur ganz selten die manuelle Einstellung von Zeit und ISO. Nämlich dann, wenn die Einstellungen zu bestimmten Effekten führen sollen. Bei der Zeit typischerweise das Einfrieren von Momenten oder auf der anderen Seite eben Bewegungsunschärfe. Für bewusst hohe ISOs fällt mir eigentlich nur die Fotografie von Sternen und der Milchstraße ein, die ich mit der M noch nie betrieben habe und die mich auch nicht so richtig reizt. Das ist mir zu sehr backen. Was meine ich damit? Bilder nach Rezept und damit Schritt für Schritt erstellen. Das ist echt nicht mein Ding. Mal probiert, seinerzeit noch mit der Nikon D750 und für - für mich !!! - unpassend befunden.


Weiter im Text: Was soll ich sagen, es war ungewohnt im Dunkeln Licht zu messen und man muss schon überlegen, was man will. Ein insgesamt hell belichtetes Bild und man misst in die dunklen Teile. Ein eher akzentuiertes Bild und man misst in Richtung der Lichter. Im Ergebnis hat aber auch hier die "helle Bereiche betonen"-Messvariante, die ich ausschließlich genutzt habe und nutze für mich tolle Bilder abgeliefert. Um Mal ein Gefühl für die ISO-Performance zu geben, steht diese inklusive der Blendenwerte laut Lightroom unter den Bildern. Hierbei ergibt sich selbstredend kein Unterschied zu einer normalen M11 oder einem P-Modell.


ISO 1.250 bei f2.0


ISO 1.600 bei f4.0


ISO 12.500 bei f2.4


ISO 12.500 bei f2.4


Nach zwei Wochen der M11-D-Nutzung hatte ich damit alle für mich wichtigen Bereiche der Fotografie abgegrast. Man muss hierbei ganz klar sagen, dass die Fotografie für mich in allererster Linie Alltagsbegleiter ist. Deshalb gilt immer die oberste Prämisse: es muss mir Spaß machen zu fotografieren. Die Bildergebnisse sollten auch passen, logisch, aber das steht schon hinter dem Prozess des Fotografierens an.


Sicherlich ist die M11-D für eine Vielzahl an (Hobby-)Fotografen die denkbar falsche Kamera. Auf der anderen Seite wird sie aber auch für viel mehr passend sein, als sie wohl tatsächlich Abnehmer finden wird und das nicht nur wegen des Preises.


Es bleibt eine wunderbare Nische in der Nische in der Nische ❤️





Achso, eingefroren ist die M11-D bis heute noch nicht 😉

edel - wie fein

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